Artikel in der RP vom 18.03.2010 - ähnlicher Artikel auch in der WZ vom 17.03.2010
Tönisvorst
SPD und Grüne wollen Steuern erhöhen
zuletzt aktualisiert: 18.03.2010Tönisvorst (RP) Die Tönisvorster SPD und die Grüne werden in der heutigen Ratssitzung gemeinsame Anträge zum Haushalt stellen. Im Mittelpunkt steht eine "schweren Herzens, aber angesichts der Notwendigkeiten nicht länger vermeidbare" Anhebung der Grundsteuer B auf 430 Prozent sowie eine Anhebung der Gewerbesteuer auf 415 Prozent, heißt es in der gemeinsamen Erklärung.
Die daraus zu erzielenden Mehreinnahmen müssten zwingend in verschiedene Produkte und Maßnahmen der Instandhaltung städtischer Gebäude fließen, fordern SPD und Grüne. Der Instandhaltungsstau führe vor allem in einigen Schulen, aber auch in den Sportstätten zu kaum noch zumutbaren Zuständen. Mit den Anträgen verbinden SPD und Grüne die Forderung an den Bürgermeister, durch kurzfristige Maßnahmen innerhalb der Verwaltung mehr Personal für den Bereich Gebäudemanagement zur Verfügung zu stellen.
Darüber hinaus beantragen beide Fraktionen gemeinsam eine Reihe einzelner Änderungen des Haushaltsentwurfs. So wird beantragt, die Mittel für die Vorhangfassade am Altbau des Feuerwehrgerätehauses in St. Tönis bereitzustellen, eine Querungshilfe vom Kirchenfeld aus über die Dammstraße und eine akustische Ampelsignal an der Ampel Niedertor-/Hochstraße anzulegen. Für die "Tönisvorster Rocknacht" möchten SPD und Grüne 2000 Euro Zuschuss gewähren.
Eine Mahlzeit für jedes Kind
Außerdem solle die Stadt über Mittel des Landesfonds "Kein Kind ohne Mahlzeit" dafür sorgen, "dass in der Offenen Ganztagsgrundschule auch Kinder bedürftiger Eltern ein Mittagessen erhalten, die sich dies nicht leisten können", so die Fraktionschefs Michael Horst (SPD) und Jürgen Cox (Grüne). Streichen wollen sie hingegen die 48 500 Euro, die für die Stelle eines Wirtschaftsförderers im Haushaltsentwurf stehen. Die Aufgabenstellung dieser Position sei nach wie vor schwammig und unklar. In solch schwierigen Zeiten könne die Stadt sich nur für klar definierte und unabwendbare Aufgabenbereiche neues Personal leisten, so die Fraktionen.
Benefizkonzert 11.06.2011 ev. Kirche Tönisvorst-St. Tönis
Infostand in Vorst, Markt
Artikel RP vom 19.11.2010:
Schweinemast: noch Beratungsbedarf
Tönisvorst (RP) Gut besucht war die Sitzung des Bau- und Umweltausschusses im St. Töniser Rathaus. Das Thema Schweinemast zwischen Vorst und Oedt, das die vielen Zuhörer am meisten interessierte, wurde allerdings vertagt, was die Besucher mit Applaus quittierten.
Sie hoffen auf eine Verzögerung des Vorhabens. Rechtlich allerdings steht dem neuen Schweinemastbetrieb nichts mehr im Weg. Die Baugenehmigung ist erteilt und die zuständigen Ämter – Untere Landschaftsbehörde, Veterinäramt und Bezirksregierung – haben keine Bedenken. Tierschützer freilich sehen das anders.
Ein Landwirt aus Stiegerheide, der in Kempen bereits eine Schweinemast betreibt, möchte im Bereich Graverdyk, Hahnenweide eine 1420 Quadratmeter große Halle bauen, in der 1460 Schweine gemästet werden. Bis zur nächsten Wohnbebauung auf Vorster Gebiet sind es 250 Meter, bis zum ersten Haus in Oedt gut 400 Meter. Die Anwohner befürchten Lärm und Gestank. Jürgen Cox, Sprecher der Grünen, hatte eine Anfrage an den Ausschuss gerichtet. Da die Antwort der Verwaltung erst zur Sitzung vorlag, sahen die Fraktionen noch Beratungsbedarf.
Die Verwaltung teilt in der Vorlage mit, dass laut Landwirtschaftkammer bereits 150 Meter Abstand zum nächsten Wohnhaus ausreichend seien, um Geruchsbelästigungen zu vermeiden. Die Gülle dürfe darüber hinaus nur zum Teil und auch nur zu bestimmten Zeiten als Dünger auf die Felder gespritzt werden, der Großteil müsse in einem Hochbehälter gesammelt und abtransportiert werden. Auswirkungen auf das Grundwasser seien nicht zu befürchten. Zur nächsten Sitzung des Ausschusses im neuen Jahr wird das Thema noch einmal auf der Tagesordnung stehen.
Bündnis90/die Grünen Ortsverband Tönisvorst